Gert Frentz
Gert Frentz leitet den Familienbetrieb in Ahaus und ist auf die Erziehung und Pflege von Spalierbäumen spezialisiert. Die Baumschule besteht seit 1860.
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Kirschlorbeer schneiden
Der Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus) zählt zu den meistgepflanzten immergrünen Sträuchern in deutschen Gärten. Sein dichtes, glänzendes Laub bietet ganzjährigen Sichtschutz, und je nach Sorte wächst er pro Jahr bis zu 40 Zentimeter in die Höhe. Damit eine Hecke, ein Solitär oder ein Kirschlorbeer als Spalierbaum langfristig dicht, gesund und in Form bleibt, ist ein regelmäßiger Rückschnitt unverzichtbar. Diese Anleitung erklärt Schritt für Schritt, wann, wie und mit welchem Werkzeug Sie Ihren Kirschlorbeer schneiden, welche rechtlichen Regeln Sie beachten müssen und welche Besonderheiten beim Schnitt eines Spalierbaums gelten.
Auf einen Blick
- Bester Zeitpunkt: Ende Februar (kräftiger Pflegeschnitt) und nach dem 24. Juni (leichter Formschnitt).
- Während der Vogelbrutzeit vom 1. März bis 30. September sind laut BNatSchG §39 nur leichte Pflegeschnitte erlaubt.
- Werkzeug: scharfe Handheckenschere für saubere Schnittstellen, Astschere für stärkere Triebe.
- Hecken werden trapezförmig geschnitten: unten breiter als oben.
- Kirschlorbeer ist in allen Teilen giftig, das Schnittgut gehört in den Hausmüll oder die Biotonne, nicht auf den offenen Kompost.
- Spalierbäume aus Kirschlorbeer benötigen einen gezielten Schnitt an Leitästen und Spalierkrone, nicht den groben Heckenschnitt.
Wann sollte man Kirschlorbeer schneiden?
Der Kirschlorbeer verträgt einen Schnitt das ganze Jahr über, doch zwei Zeitfenster liefern die besten Ergebnisse: das späte Frühjahr und der Hochsommer nach dem Johannistag. Der frühe Termin im Februar dient dem kräftigen Pflegeschnitt vor dem Austrieb, der zweite Termin Ende Juni dem feinen Formschnitt nach der Blüte. Diese Aufteilung sorgt für einen dichten, kompakten Wuchs ohne übermäßigen Stress für die Pflanze.
Pflegeschnitt im Februar
Der späte Februar ist der wichtigste Termin im Schnittjahr. Vor dem Laubaustrieb und nach dem Ende der harten Fröste vertragen die Pflanzen einen kräftigen Rückschnitt. In diesem Zeitfenster lassen sich auch stärkere Triebe und alte Äste entfernen, ohne dass die Vogelbrutzeit beeinträchtigt wird. Ziel ist ein lichter, gut belüfteter Innenbereich und ein klarer Aufbau für die kommende Wachstumsperiode.
Formschnitt nach dem Johannistag (24. Juni)
Nach dem 24. Juni endet die stärkste Wachstumsphase des Kirschlorbeers. Schnitte zu diesem Zeitpunkt werden besser vertragen als im Mai, weil die Pflanze weniger Saftdruck aufbaut. Der Formschnitt korrigiert lange Triebe, hält die Kontur der Hecke und entfernt die verblühten Blütenrispen. Wer keine giftigen Beeren im Garten wünscht, schneidet zu diesem Zeitpunkt die Fruchtansätze vorsichtig aus.
Wichtig: Schneiden Sie niemals bei Frost, Hitze über 28 °C oder direktem Sonnenschein. Frost lässt die Schnittstellen austrocknen, Hitze verursacht Sonnenbrand auf den frisch freigelegten Innenblättern. Ein bedeckter, trockener Tag ist ideal.
Die vier Schnittarten im Überblick
Beim Kirschlorbeer unterscheidet man vier Schnittarten, die sich in Zeitpunkt, Intensität und Ziel deutlich unterscheiden. Wer den passenden Schnitt zur jeweiligen Pflanzenphase wählt, fördert einen dichten und gesunden Wuchs.
Der Erziehungsschnitt findet in den ersten drei bis vier Standjahren statt. Junge Pflanzen werden um etwa die Hälfte ihres jährlichen Neuaustriebs eingekürzt. Das fördert die Verzweigung von unten und sorgt für einen kompakten Aufbau. Wer diesen Schritt überspringt, erntet später eine Hecke, die unten kahl wird.
Der Pflegeschnitt dient der Gesundheit der Pflanze. Im Februar werden Totholz, beschädigte Äste und nach innen wachsende Triebe entfernt. Bei dichtem Wuchs lichtet man die Krone aus, indem einzelne Äste direkt am Stamm abgesetzt werden.
Der Formschnitt erhält die Außenkontur. Nach dem Johannistag werden lange Triebe an der verholzten Stelle eingekürzt. Bei Hecken sorgt eine gespannte Schnur für eine gerade Linie. Solitärpflanzen werden behutsam in ihre gewünschte Form gebracht.
Der Verjüngungsschnitt ist die Notmaßnahme für alte, verkahlte oder vernachlässigte Pflanzen. Kirschlorbeer treibt zuverlässig auch aus dem alten Holz wieder aus. Der Radikalschnitt bis auf etwa 30 bis 50 Zentimeter über dem Boden gehört in den Februar und sollte nur einmal pro Pflanze in mehreren Jahren erfolgen.
Kirschlorbeer schneiden: Schritt-für-Schritt-Anleitung
Die folgenden sieben Schritte gelten für den Pflegeschnitt im Februar. Sie gelten für eine Hecke ebenso wie für einen frei stehenden Strauch.
- Pflanze inspizieren. Suchen Sie zunächst nach Frostschäden, kranken oder vertrockneten Trieben sowie Anzeichen für Schrotschusskrankheit (Löcher und braune Flecken in den Blättern).
- Werkzeug vorbereiten. Reinigen Sie Klingen mit 70-prozentigem Isopropanol, um Krankheiten nicht zu übertragen. Verwenden Sie Schutzhandschuhe, da Kirschlorbeer in allen Teilen Blausäureverbindungen enthält.
- Totholz und kranke Triebe entfernen. Schneiden Sie diese bis ins gesunde, grüne Holz zurück. Krankes Material gehört in den Hausmüll oder die Biotonne.
- Nach innen wachsende Triebe wegnehmen. Setzen Sie den Schnitt unmittelbar oberhalb eines Blattansatzes oder einer Verzweigung an. So bildet die Pflanze direkt eine neue Knospe an dieser Stelle.
- Lange Triebe einkürzen. Reduzieren Sie überlange Triebe auf die gewünschte Heckenkontur. Bei jungen Pflanzen wird der Neuaustrieb um etwa die Hälfte gekürzt.
- Auslichten bei dichtem Wuchs. Entfernen Sie wenige stärkere Äste direkt am Stamm, damit Licht und Luft in das Innere der Pflanze gelangen. Diese Maßnahme beugt Pilzkrankheiten vor.
- Werkzeug reinigen, Schnittgut entsorgen. Spülen Sie Schere und Säge nach dem Einsatz mit Wasser ab und desinfizieren Sie erneut, bevor Sie weitere Pflanzen schneiden.
Aus unserer Baumschule In unserer Baumschule in Ahaus pflegen wir seit über zwanzig Jahren Kirschlorbeer-Spalierbäume. Die Erfahrung zeigt: Wer zweimal jährlich behutsam schneidet, im späten Februar und nach dem Johannistag, erhält eine deutlich dichtere und gesündere Krone als bei einem einzelnen, radikalen Rückschnitt im Jahr. Pflanzen mit zwei moderaten Schnitten verkahlen seltener und zeigen weniger Pilzbefall.
Werkzeug: Handheckenschere oder Motorheckenschere?
Die Wahl des Werkzeugs beeinflusst die Gesundheit der Pflanze stärker, als viele Gartenbesitzer annehmen. Die großen, ledrigen Blätter des Kirschlorbeers werden von rotierenden oder schwingenden Klingen elektrischer Heckenscheren oft nicht sauber durchtrennt, sondern aufgerissen. Die zerrissenen Schnittkanten färben sich nach wenigen Tagen braun und bilden Eintrittsstellen für Pilzsporen.
Eine scharfe Handheckenschere mit Bypass-Mechanismus liefert deutlich saubere Schnitte. Bei größeren Hecken über zehn Metern Länge oder Wuchshöhen über zwei Metern ist eine Akku-Heckenschere mit feiner Verzahnung und scharfen Messern eine vertretbare Alternative, sofern die Klingen vor dem Einsatz nachgeschärft und desinfiziert werden.
Für stärkere Äste ab etwa zwei Zentimetern Durchmesser ist eine Astschere oder eine kleine Astsäge das richtige Werkzeug. Bei sehr dicken Stämmen, etwa beim Verjüngungsschnitt, kommt eine Bügelsäge zum Einsatz.
"Der häufigste Fehler beim Kirschlorbeerschnitt ist der Einsatz einer elektrischen Heckenschere bei feuchter Witterung. Die zerschnittenen Blätter werden braun und bilden Eintrittspforten für Pilzkrankheiten. Eine scharfe Handheckenschere kostet wenige Minuten mehr Zeit, schützt aber die gesamte Pflanze."
Kirschlorbeerhecke in Trapezform schneiden
Eine senkrechte oder oben breiter werdende Heckenkontur sieht zwar auf den ersten Blick ordentlich aus, schadet der Pflanze jedoch langfristig. Die unteren Blätter erhalten zu wenig Licht und werfen vorzeitig ab. Eine Trapezform mit breiter Basis und schmalerer Krone verteilt das Sonnenlicht gleichmäßig auf alle Etagen der Hecke.
Als Richtwert gilt: Die Hecke verjüngt sich nach oben um etwa zehn bis fünfzehn Prozent ihrer Basisbreite. Eine zwei Meter hohe Hecke mit einer Sockelbreite von 80 Zentimetern hat oben demnach noch rund 68 bis 72 Zentimeter Breite. Diese Form mindert zusätzlich das Risiko von Schneebruch im Winter.
Für einen geraden Schnitt spannen Sie zwischen zwei Pflöcken eine Schnur in der gewünschten Höhe. Schneiden Sie zuerst die Seitenflächen von unten nach oben, danach die Krone. So fällt das Schnittgut nicht in den noch nicht bearbeiteten Bereich.
Kirschlorbeer als Spalierbaum schneiden
Ein Kirschlorbeer als Spalierbaum erfordert eine andere Schnittführung als eine Hecke. Ziel ist hier nicht eine geschlossene grüne Wand, sondern eine zweidimensionale Spalierkrone auf wenigen Leitästen über einem freien Stamm. Der falsche Schnitt zerstört diese präzise Struktur und führt dazu, dass die Krone aus der Spalierform herauswächst.
Die Spalierkrone in Form halten
Die Leitäste bilden das Gerüst der Spalierkrone und werden an einem Rahmen oder Drahtgestell horizontal gezogen. Die Seitentriebe an diesen Leitästen sind das Schnittobjekt: Sie werden auf etwa zwei bis drei Augen über dem Leitast zurückgesetzt, sodass eine kompakte, fächerartige Belaubungsfläche entsteht. Triebe, die senkrecht aus der Spalierebene herauswachsen, werden an ihrem Ansatz vollständig entfernt.
Schnittzeitpunkte für den Kirschlorbeer-Spalierbaum
Wir empfehlen für unsere Kirschlorbeer-Spalierbäume den Rückschnitt zwischen Oktober und Ende Februar. In dieser Ruhephase ist das Astwerk gut sichtbar, und die Pflanze setzt keine neue Energie in Triebe, die ohnehin wieder weggeschnitten würden. Ein zusätzlicher, leichter Korrekturschnitt im Juni entfernt aus der Spalierform herausgewachsene Triebe und Fruchtansätze, bevor sich Beeren bilden.
Welche Sorten eignen sich besonders?
Für Spalierbäume bewährt sich die Sorte Kirschlorbeer 'Novita' mit großen, dunkelgrünen Blättern und kompakter Verzweigung. Etwas feiner und eleganter wirkt die Portugiesische Lorbeerkirsche 'Angustifolia' mit ihrem rötlichen Blattstiel. Ausführliche Hinweise zur grundsätzlichen Spalierpflege finden Sie in unserem Beitrag Spalierbaum richtig schneiden.
Portugiesischer Kirschlorbeer: Was ist beim Schnitt anders?
Die Portugiesische Lorbeerkirsche (Prunus lusitanica) gehört nicht zur Familie des klassischen Kirschlorbeers, wird aber unter demselben Sammelbegriff geführt. Sie unterscheidet sich in mehreren Punkten, die den Schnitt beeinflussen.
Erstens wächst sie deutlich langsamer als Prunus laurocerasus. Der jährliche Zuwachs liegt bei etwa 20 bis 30 Zentimetern, ein einmaliger Schnitt pro Jahr reicht in vielen Fällen aus. Zweitens sind die Blätter kleiner und lanzettlich geformt, sodass auch der Einsatz einer feinen Akku-Heckenschere weniger Schaden anrichtet. Drittens treibt die Portugiesische Lorbeerkirsche zuverlässig auch aus älterem Holz wieder aus, der Verjüngungsschnitt gelingt damit gut.
Die Portugiesische Lorbeerkirsche ist außerdem nicht als invasiv eingestuft, ein Pluspunkt für naturnahe Gärten. Beeren werden seltener gebildet, weil die Blütezeit später liegt und die Fruchtbildung gemäßigter ausfällt.
Alten Kirschlorbeer verjüngen
Vernachlässigte oder von unten her verkahlte Kirschlorbeere lassen sich durch einen Radikalschnitt verjüngen. Der Strauch wird im späten Februar auf etwa 30 bis 50 Zentimeter über dem Boden zurückgenommen. Diese drastische Maßnahme funktioniert nur, wenn die Pflanze ein gesundes Wurzelwerk besitzt und der Standort einigermaßen sonnig ist.
Im ersten Jahr nach dem Radikalschnitt sieht der Kirschlorbeer aus wie ein abgesägter Stumpf. Schon im April beginnt jedoch der Neuaustrieb aus schlafenden Augen am alten Holz. Im zweiten Standjahr ist die Pflanze meist wieder rund einen Meter hoch, im dritten Standjahr erreicht sie häufig ihre vorherige Größe.
Eine moderate Variante ist der gestaffelte Verjüngungsschnitt über zwei bis drei Jahre. Sie schneiden pro Jahr ein Drittel der Hauptäste auf 30 bis 50 Zentimeter zurück und lassen den Rest stehen. So bleibt der Sichtschutz erhalten, während die Pflanze sich allmählich regeneriert.
Häufige Fehler beim Kirschlorbeer schneiden
Fünf Fehler treten in unserer Erfahrung besonders oft auf und lassen sich mit etwas Aufmerksamkeit leicht vermeiden.
- Schnitt mit feuchter Klinge oder bei feuchter Witterung. Pilzsporen verbreiten sich über das Schnittwerkzeug. Lassen Sie Klingen und Pflanze vor dem Schnitt vollständig trocknen.
- Schnitt zu spät im Jahr. Wer im September oder Oktober kräftig zurückschneidet, regt Neuaustrieb an, der vom ersten Frost geschädigt wird.
- Senkrechte Heckenwand. Wie oben beschrieben verkahlt die Hecke von unten. Die Trapezform ist Pflicht, nicht Kür.
- Stummel stehen lassen. Schnitte zu weit oberhalb einer Knospe sterben ab und werden Eintrittsstelle für Krankheiten. Stets unmittelbar über dem Blattansatz schneiden.
- Spalierbaum wie eine Hecke behandeln. Ein Spalierbaum braucht selektive Schnitte an Leitästen, kein flächiges Stutzen mit der Heckenschere.
Schnittgut richtig entsorgen
Alle Pflanzenteile des Kirschlorbeers enthalten Blausäureverbindungen, vor allem in Blättern und Samen. Auf einem offenen Komposthaufen, der für Haustiere oder Kleinkinder zugänglich ist, gehört das Schnittgut nicht. Empfehlenswert sind zwei Wege:
- Biotonne der Kommune. In den meisten deutschen Gemeinden gelangt Kirschlorbeer-Schnittgut über die industrielle Kompostierung in den Stoffkreislauf, ohne Risiko für Tier und Mensch.
- Häckseln und mulchen. Gehäckseltes Material kann unter Bäumen und Sträuchern als Mulchschicht verwendet werden, solange Haustiere keinen direkten Zugang haben. Die Blausäure baut sich durch Sonne und Mikroorganismen innerhalb weniger Wochen ab.
Achtung: Krankes Schnittgut, etwa von Pflanzen mit Schrotschusskrankheit, gehört in keinem Fall in den eigenen Garten. Hier ist die Restmülltonne der sichere Weg, um die weitere Verbreitung der Pilzsporen zu verhindern.
Rechtliche Hinweise: BNatSchG und Nachbarrecht
Das Bundesnaturschutzgesetz regelt in §39 Absatz 5 den Schutz von Hecken, Bäumen und Sträuchern während der Vogelbrutzeit. Vom 1. März bis 30. September sind Radikalschnitte und das Auf-den-Stock-Setzen verboten. Schonende Form- und Pflegeschnitte zur Erhaltung der Pflanze sind in dieser Zeit weiterhin erlaubt, sofern keine brütenden Vögel im Strauch sitzen.
Kontrollieren Sie vor jedem Schnitt zwischen März und September aufmerksam, ob sich Nester in der Hecke befinden. Im Zweifel verschieben Sie den Schnitt um einige Wochen. Verstöße können mit Geldbußen geahndet werden.
Auf Nachbarrechtsebene gelten landesspezifische Regelungen zu Abstand und Höhe einer Hecke. Diese können je nach Bundesland und Gemeinde variieren. Informieren Sie sich bei Bedarf beim örtlichen Bauamt oder Gartenamt über die geltenden Grenzabstände, bevor Sie eine neue Hecke pflanzen.
Häufig gestellte Fragen
Wann darf man Kirschlorbeer schneiden?
Die besten Zeitpunkte sind Ende Februar und nach dem 24. Juni. Zwischen dem 1. März und dem 30. September gilt das Verbot des Radikalschnitts nach BNatSchG §39. Leichte Form- und Pflegeschnitte sind in diesem Zeitraum erlaubt, sofern keine Vögel in der Hecke brüten.
Wie oft sollte Kirschlorbeer pro Jahr geschnitten werden?
Zwei Schnitte pro Jahr sind ideal: ein kräftiger Pflegeschnitt im Februar und ein leichter Formschnitt nach dem Johannistag im Juni. Bei langsam wachsenden Sorten wie der Portugiesischen Lorbeerkirsche reicht oft ein Schnitt pro Jahr.
Kann man Kirschlorbeer radikal zurückschneiden?
Ja. Kirschlorbeer treibt zuverlässig aus dem alten Holz wieder aus. Ein Radikalschnitt auf 30 bis 50 cm über dem Boden ist im späten Februar problemlos möglich, sofern die Pflanze gesund und das Wurzelwerk intakt ist. Im ersten Jahr nach dem Schnitt sieht der Strauch karg aus, ab dem zweiten Standjahr ist er meist wieder voll belaubt.
Wie schneidet man Kirschlorbeer als Spalierbaum?
Der Schnitt eines Kirschlorbeer-Spalierbaums erfolgt selektiv an den Leitästen und Seitentrieben, nicht flächig wie bei einer Hecke. Seitentriebe werden auf zwei bis drei Augen zurückgesetzt, aus der Spalierebene herauswachsende Triebe komplett entfernt. Bester Zeitpunkt ist zwischen Oktober und Ende Februar.
Welches Werkzeug eignet sich am besten?
Eine scharfe Handheckenschere mit Bypass-Mechanismus liefert die saubersten Schnitte. Für stärkere Triebe ab 2 cm Durchmesser kommt eine Astschere zum Einsatz. Elektrische Heckenscheren reißen die großen Blätter häufig auf und sollten nur bei sehr großen Hecken und mit scharfer, feiner Verzahnung verwendet werden.
Was passiert, wenn man Kirschlorbeer nicht schneidet?
Ungeschnittene Pflanzen wachsen pro Jahr bis zu 40 cm in alle Richtungen und verlieren mit der Zeit ihre kompakte Form. Die Hecke wird unten kahl, weil Licht und Luft das Innere nicht mehr erreichen. Ein Spalierbaum verliert seine Form vollständig. Spätere Verjüngungsschnitte werden notwendig, dauern aber drei bis vier Jahre bis zur vollständigen Erholung.
Wohin mit dem Schnittgut?
Kirschlorbeer ist in allen Teilen giftig. Geben Sie das Schnittgut in die Biotonne oder häckseln Sie es und verwenden Sie das Material als Mulch unter Sträuchern, wo Haustiere keinen Zugang haben. Krankes Schnittgut gehört in den Restmüll, um Pilzsporen nicht im Garten zu verteilen.
Warum werden die Blätter nach dem Schnitt braun?
Braune Blätter nach dem Schnitt deuten meist auf zwei Ursachen hin: stumpfe Klingen einer elektrischen Heckenschere, die das Blattgewebe quetschen, oder Pilzbefall an offenen Schnittstellen. Verwenden Sie eine scharfe Handheckenschere und schneiden Sie bei trockenem Wetter.
Kirschlorbeer als Spalierbaum entdecken
Ein gepflegter Kirschlorbeer als Spalierbaum bietet ganzjährigen Sichtschutz auf kleiner Fläche. In unserer Baumschule kultivieren wir robuste, vorgezogene Spalierbäume in unterschiedlichen Stammhöhen.



